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Fortsetzung ~ Seite 2
Die folgenden Bilder zeigen immer wieder denselben Ausschnitt: im Hintergrund die Berge, im Vordergrund die Aschewolke. „Jetzt sieht sie aus wie ein Herz“, sagt Regine Beckmann. Auf dem letzten Bild wirbelt die Asche im Aufwind steil nach oben. Rasch drückt sie die Fernbedienung. Dieselben Fotos noch einmal, in schnellerer Abfolge. Fast scheint es nun, als würden sich die Bilder bewegen. Als würden sie lebendig. Als würde Hans Beckmann fliegen wie ein Adler. Dann schaltet sie den Fernseher aus.
Regine Beckmann sitzt auf einem Sofa. Sie trägt ein enges, gemustertes Oberteil und eine schlichte, dunkle Hose. Ihr Blick wandert durch das Wohnzimmer – und bleibt am Fenster hängen, das auf den Garten hinausgeht. „Vor unserer Hochzeit hat der Hans zwölf Jahre lang in den Bergen Kanadas gelebt, immer unter freiem Himmel,“ sagt sie. „Auch hier hat er im Sommer draußen geschlafen. Im Garten hinter dem Haus hat er seine Liege aufgebaut. Der Hans hätte nie in einem Sarg oder einer Urne sein können.“ Sie macht eine Pause. „Ich bin stolz darauf, dass ich das alles für ihn getan habe.“ Sie hat sich über die deutschen Friedhofsgesetze hinweggesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist es in Deutschland verboten, die Asche von Angehörigen auszustreuen oder mit nach Hause zu nehmen.

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